Plastikpartikeln in Lebensmitteln auf der Spur

Emma-Elena Bratge unterstützt als erste PHWT-Doktorandin in Diepholz den Aufbau des neuen Forschungsschwerpunktes – Stipendium von der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung und Spende vom ZWT

Diepholz. Woher stammen Plastikpartikel in Lebensmitteln? Das untersucht Emma-Elena Bratge im Rahmen ihrer Doktorarbeit am Zentrum für Werkstoffe und Technik (ZWT) der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz (PHWT). Zugleich unterstützt sie dabei den Aufbau eines neuen Forschungsschwerpunktes Mikroplastikanalyse am ZWT. Die Promotion findet in Kooperation mit dem Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik der Leibniz Universität Hannover (LUH) statt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Emma-Elena Bratge einen innovativen Weg auf dem Gebiet der Mikroplastikanalyse einschlagen können“, so Prof. Dr. Carsten Bye: „Die Erforschung der Plastikpartikel in Lebensmitteln ist ein hochaktuelles Thema, das wir weiter nach vorne bringen möchten.“

Im Rahmen ihrer Promotion analysiert die Doktorandin dazu vielfältige Lebensmittelproben. Sie untersucht dabei die Menge und die Art der enthaltenen Plastikpartikel im Größenordnungsbereich von bis zu unter fünf Mikrometer. Zudem analysiert sie polymere Abbau- und Spaltprodukte. Ziel ihrer Arbeit ist es, Rückschlüsse auf die Quelle der Plastikverunreinigung von Lebensmitteln zu erhalten. Das könne dann dazu beitragen, die Kontamination von Lebensmitteln mit Mikroplastik zu reduzieren, sagt Emma-Elena Bratge.

Für die Mikroplastikanalyse werden die Proben zunächst mittels eines Filtersystems präpariert. Anschließend wird die Beschaffenheit der Partikel durch mehrere sehr aufwendige Analysen mit modernen technischen Geräten bestimmt. Die Ergebnisse fließen in eine umfassende Datenbank ein, die Emma-Elena Bratge im Zuge ihrer Promotion aufbaut.

Die PHWT nimmt aktuell an einem europäischen Ringversuch zur Mikroplastikanalyse teil. Dieser wurde von der gemeinsamen Forschungsstelle der europäischen Kommission ins Leben gerufen. Hierbei wurden zum ersten Mal die Ergebnisse und verwendeten Methoden bei Mikroplastikanalysen von Wasserproben verschiedener Forschungslabore aus Europa miteinander verglichen. Ziel des Ringversuchs ist es, die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Methoden zur Analyse von Mikroplastik aufzuzeigen. Für diese Analysen gibt es bisher keine einheitlichen Vorschriften. Der Ringversuch ist daher ein erster Schritt, die Mikroplastikanalyse zu standardisieren und Untersuchungsergebnisse verschiedener Labore vergleichbar zu machen.

Die Promotionsstelle wird von der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung in Form eines Stipendiums finanziert und läuft über drei Jahre. Der Forschungsverbund ZWT e.V., das Kunststoffnetzwerk in der Region, unterstützt die Promotion durch eine Spende in Höhe von 10 000 Euro. „Es ist für uns von großer Bedeutung, dass wir hier in Diepholz eine so wegweisende Arbeit unterstützen können“, sagt Wolfgang Czerny, Vorstandsmitglied des ZWT.

Emma-Elena Bratge ist die erste Doktorandin an der PHWT in Diepholz. Ihr Bachelorstudium Kunststoff- und Elastomertechnik und ihr Masterstudium Produkt- und Systementwicklung (Schwerpunkt Kunststoff- und Elastomertechnik) absolvierte sie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.

 

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