Multicut- Ein Kantentrimmer für Rasenmäher

1 Überblick

Die Wahl des Projektthemas erwies sich schwieriger als zuerst angenommen. Als mögliche Themenbereiche waren die Lebensmittelverarbeitung, wie z. B. eine Eismaschine mit Eiscrusher, und die Garten- und Landschaftsbau Sparte mit Gartengeräten oder ähnlichem gewählt worden. Die vorgegebenen Projektthemen wurden zuerst außer Acht gelassen, um die eigene Kreativität der Gruppenmitglieder zu fordern. Nach der Ideensammlung wurden alle gesammelten Vorschläge bewertet. Da das Budget und die Zeit des Projektes knapp bemessen waren, fielen viele Vorschläge sofort heraus, unter anderem ein dieselbetriebenes Motorrad. Die gesamte Projektgruppe war sich sehr schnell darüber einig, dass am Ende des Projektes ein fertiges Produkt präsentiert werden sollte, um das Resultat dieser Ausarbeitung anschaulicher zu machen. Aus diesem Grund wurde das oben aufgeführte Zitat als besonders passend angesehen. Um ein marktfähiges Produkt zu finden, wurde überlegt, in welchen Marktsegmenten man am einfachsten ein neues Produkt platzieren kann. Der Privathaushalt schien der gesamten Projektgruppe am meisten geeignet für ein neues Produkt. Zu diesem Zweck wurden die vorgegebenen Ideen noch einmal hinzugenommen und näher in Betracht gezogen. Nach genauerer Betrachtung einigte man sich auf das Projektthema „Rasenmäher mit integriertem Kantenschneider“, da dieses Projekt von der Kostenseite gut realisierbar ist und sich ein solches Produkt gut im Markt platzieren könnte. Da aber der Rasenmäher nicht neu erfunden werden sollte, wurde das Projektthema geändert in ein „Universell an einen Rasenmäher anbaubarer Kantentrimmer“.

2 Marktanalyse

Um die Anforderungen an das Gerät genau spezifizieren zu können, ist eine repräsentative Erfassung der Konsumentenbedürfnisse erforderlich. Aus Recherchen in Internet, Herstellerkatalogen und Befragung von Fachhändlern und Privatpersonen ergab sich, dass es ein solches Produkt bisher noch nicht auf dem Markt gibt. Dadurch ist kein Vergleich mit vorhandenen Geräten möglich. Weiterhin ist eine Patenrecherche notwendig um keine rechtlichen Verletzungen zu begehen.

Bei der Entstehung der Fragebögen wurde im Vorfeld bereits zwischen den Privathaushalten und den Händlern unterschieden. Diese Unterscheidung wurde getroffen, da Privathaushalte die potentiellen Kunden repräsentieren und die Händler aufgrund ihres Berufes bereits ein anderes Urteilungsvermögen bzw. eine andere Einschätzung bezüglich des Produktes aufweisen.

Der Fragebogen an die Privathaushalte ermöglichte eine Einschätzung des Marktes in diesem Segment und diente als Entscheidungsgrundlage bzw. Informationsmedium. Bei den Privathaushalten mussten 20 Fragen beantwortet werden. Mehr Fragen hätten zu einer demotivierenden Haltung bei den Befragten geführt, was wiederum zu einer Verfälschung der Ergebnisse hätte führen können. Um eine solche Demotivierung zu verhindern, wurden die Fragen knapp und präzise formuliert, wie im Folgenden zu sehen. Die befragten Personen konnten zwischen drei bis fünf Antwortmöglichkeiten wählen. Bei den Fragen mit einer Einschätzungsantwort wie z.B. großen Wert bis keinen Wert wurden immer ungerade Antwortmöglichkeiten vorgegeben, damit auch eine wertneutrale Basis für die Entscheidungsfindung herangezogen werden konnte.

Der Fragenbogen für Privathaushalte enthielt 20 Fragen. Es stellte sich im Laufe der Bearbeitung heraus, dass lediglich 14 Fragen von Relevanz waren. Es wurden 256 Fragebögen an Privathaushalte verteilt und ausgewertet. Die regionale Verteilung Stadt / Land betrug jeweils ca. 50 %.

Die Befragung der Händler und Gewerblichen unterteilte sich in sieben wesentliche Fragestellungen und diente in Verbindung mit den Fragebögen für die Privathaushalte als Grundlage für weiteres Vorgehen. Baumärkte und Fachhändler wurden zur Beantwortung herangezogen und halfen wesentlich bei der Marktforschung. Aus der dritten Frage ergab sich, dass niemanden der Befragten ein solches oder ähnliches Kombinationsgerät bekannt war.

3 Realisierung

Eine als „durchdacht“ bezeichnete Konstruktion hebt sich meist dadurch hervor, dass sie optimal an die jeweiligen Arbeitsbedingungen angepasst ist. Dieses wiederum setzt die genaue Kenntnis der Arbeitsumgebung voraus. Ziel ist die Berschaffung von Informationen über Eigenschaften des zu bearbeitenden und angrenzenden Mediums. In der Regel kommt es gerade bei wenig gepflegten Rasenkanten oft dazu, dass Rasen bzw. Moos über die Kante des Randsteins wächst. Je nachdem wie lange das letzte Kantenschneiden zurückliegt, kann sich auch aufgrund des organischen Zerfalls Humus unter dem Rasen bzw. Moos bilden. Hieraus lässt sich folgern, dass das Schneidmedium unter Umständen Kontakt mit Rasen, Moos, Ransstein und Boden haben kann. Ebenso kann Rasen, Moos oder Humus das Abtasten der Steinkante erschweren.

Weiterhin wurden Untersuchungen zu Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen sowie dem Lärmverhalten durchgeführt.

Mit den Ergebnissen wurde dann eine Anforderungsliste erstellt.

4 Schlussbemerkung

Bei der Bearbeitung des Projektes „Rasenmäher mit integriertem Kantenschneider“ gab es zu Beginn der Ausarbeitungszeit  eine Menge Möglichkeiten und Ideen, die im Laufe der Ausarbeitung dieses Produktes immer mehr Gestalt annahmen und letzten Endes zum Multicut führten.

Im Gartenzubehörsektor sind nur innovative Ideen und Konzepte zu verwirklichen und marktfähig, wenn diese zu einem geringen Preis angeboten werden und einfache Bedienbarkeit möglich ist. Bei der praktischen Ausarbeitung wurde aufgrund dessen sehr viel Wert auf die einfache Bedienbarkeit und auf die Verwendung von Normmaterialien gelegt. Dies stellte sich aber im Nachhinein als eine sehr schwierige Aufgabe heraus, da beispielsweise in Deutschland nur sehr wenige Motorenhersteller vertreten sind, die diese Art von Motoren in ihrer Produktpalette anbieten. Die Ermittelung der dazugehörigen Preise stellte sich demnach als eine Herausforderung heraus. Die Motoren von Rasentrimmer bekannter Marken werden zudem fast ausnahmslos im Ausland gefertigt und bilden somit eine starke Konkurrenz zu dem Multicut. Auch die Ermittlung verschiedenster Marktdaten stellte das Team vor unerwartete Probleme, da keine Vergleichs-, Anhaltspunkte, oder Konzepte vorlagen. Bei der Gestaltung des Multicuts entstanden relativ schnell Situationen, die zwingend einen Kompromiss erforderten, da eine Lösungsfindung unter Berücksichtigung aller Notwendigkeiten in diesem Zeitraum nicht realisiert werden konnte. Als Beispiel dazu dient die Auswahl eines Antriebsaggregates. Entschieden wurde sich für eine externe Apparatur, da hiermit nicht aktiv in die Rasenmäherstruktur eingegriffen werden musste, was wiederum den Garantieanspruch und die Sicherheits beeinträchtigt hätte. Des Weiteren entsprach dies den Forderungen der potentiellen Kunden, was durch die Marktanalyse entsprechend bestätigt wurde. Andere Konzepte und Ideen, wie die Verwendung einer flexiblen Antriebswelle zwischen dem Antriebsaggregat des Rasenmähers und den eigentlichen Kantenschneidmechanismus, schieden von daher schon im Vornherein aus, da damit in die Rasenmäherstruktur eingegriffen werden würde und der Multicut nicht als ein externes Gerät ohne aufwendige Arbeiten nachgerüstet werden kann. Eine Ausführung mit einem Akku als Energiequelle wäre durchaus realisierbar und ausbaufähig, da hierdurch ein noch größeres Marktsegment (Benzinrasenmäher und Aufsitzrasenmäher) eröffnet werden würde. Unter anderem wurde aus demselben Grund (und aus Kostengründen) der Klappmechanismus nicht durch eine Bedienungseinrichtung in Form von Handhebeln an den Griffen des Rasenmähers konzipiert. Ein wichtiger Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben darf ist die Vermarktung des Multicut’s. Eine alleinige Vermarktung durch das Internet in Form von Werbung auf diversen Seiten oder eine Direktvermarktung durch das Internetauktionshaus E-bay als Beispiel dürfte bei Weitem nicht ausreichen. Deshalb wäre die Vorstellung eines ausgereiften und patentrechtlich geschützten Produktes auf verschiedensten Garten- und Landschaftsbaumessen unerlässlich und auch zwingend erforderlich, um den Multicut am Markt zu platzieren. Geschieht dies in einer angemessenen Art und Weise dürfte dem Multicut nichts mehr im Wege stehen um sich an den heutigen Garten- und Landschaftsbaumarkt zu festigen.

5 Danksagung

Besonderer Dank bei der Unterstützung dieser Projektarbeit geht an die hiesigen Rasenmäherfachhändler, die Baumärkte und die Firma Kolbus zur Bereitstellung der Fertigungsstätte.

Abbildung 1: Das entgültige Produkt an einem handelsüblichen Rasenmäher
Abbildung 2: Der Multicut bei der Arbeit

Kontakt

Studienbereichsleitung
Prof. Dr. Ulrich May
Tel.: 0 54 41 / 992 - 125
E-Mail: may(at)phwt.de

Studienbereichssekretariat
Maschinenbau     
Claudia Reddehase
Tel.: 0 54 41 / 992 - 100
Fax: 0 54 41 / 992 - 109
E-Mail: reddehase(at)phwt.de

Wirtschaftsingenieurwesen
Petra Lübberding
Tel.: 0 54 41 / 992 - 101
Fax: 0 54 41 / 992 - 109
E-Mail: luebberding(at)phwt.de

Anschrift
Private Hochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz/Oldenburg
Studienbereich
Ingenieurwesen "Dr. Jürgen Ulderup"
Schlesierstraße 13 a
49356 Diepholz